Aktionswoche DKMS – Plötzlich Lebensretterin!

DKMS: Lydia Kölker hat Stammzellen gespendet
Kampf gegen den Blutkrebs: Lydia Kölker hat Stammzellen gespendet

Sie wurde im letzten Jahr plötzlich zur Lebensretterin – Lydia Kölker, Bereichsleiterin im Qualitätsmanagement, hat im Dezember Stammzellen gespendet. Im Interview spricht sie mit uns über ihre Erfahrungen.

KiK: Frau Kölker, Sie haben vor einigen Monaten Knochenmark gespendet. Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich bei der DKMS zu registrieren?

Lydia Kölker: Meine Registrierung ist schon einige Jahre her. Bei einem KiK-Event gab es einen Aktionsstand der DKMS und ich habe mich damals spontan dazu entschieden mich zu registrieren. Jahrelang habe ich dann nichts mehr von der DKMS gehört, bis ich im Oktober die Nachricht bekommen habe, dass ich als Spender infrage komme.

KiK: Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie die Nachricht bekommen haben, dass Sie ein potentieller Spender sind?

Lydia Kölker: Die Registrierung war für mich eine bewusste Entscheidung im Fall der Fälle zu helfen, deshalb war ich eigentlich nicht sonderlich überrascht. Ab dem Zeitpunkt habe ich aber auch Neuland betreten, da ich mich bis dahin mit der Krankheit Blutkrebs nie intensiv auseinandergesetzt hatte. Viele Fragen sind also aufgekommen. Die Aufklärung über die DKMS war aber sehr professionell, ich habe mich gut betreut gefühlt.

KiK: Das klingt nach einer sehr bewegenden Zeit. Wie lief die nachfolgende Spende ab?

Lydia Kölker: Zuerst wurde in einer Klinik geprüft, ob meine Blutwerte in Ordnung sind, und ob ich als Spender wirklich passe. Die Übereinstimmungen zwischen mir und meinem Patienten betrugen 90 Prozent, das ist sehr selten und für den Patienten wie ein Sechser im Lotto. Als feststand, dass ich als Spender passe, hat mich die DKMS gefragt, ob ich mir zu 100 Prozent sicher bin, dass ich spenden möchte. Man muss sich klar machen: Wenn man zu dem Zeitpunkt ja sagt, ist das eine verbindliche Zusage. Sobald die ersten Schritte eingeleitet werden, um den Patienten vorzubereiten, ist er ohne diese Spende nicht mehr lebensfähig. Entscheidet sich der Spender also nochmal um, gleicht das einem Todesurteil. Ich möchte damit niemandem Angst machen, man sollte sich aber bewusst sein, dass man mit der Zusage eine große Verantwortung übernimmt.

KiK: Wissen Sie für wen Sie gespendet haben und ob die Spende erfolgreich war?

Lydia Kölker: Ich weiß, dass es ein Mann aus England war und dass die Spende erfolgreich war. Das hat mich natürlich wahnsinnig gefreut. Ich wäre aber auch dazu bereit gewesen, ein zweites Mal zu spenden, wenn die erste Spende nicht erfolgreich gewesen wäre. Mehr Informationen über den Mann habe ich aber nicht. Im Vorfeld habe ich mich dazu entschieden keinen Kontakt aufzunehmen, denn die wichtigste Information für mich war, dass es ihm gut geht. Wenn der Mann möchte, kann er sich aber in zwei Jahren bei mir melden. Unsere genetische Übereinstimmung beträgt jetzt übrigens 100 Prozent – es kann also sein, dass der Mann Eigenschaften von mir übernommen hat. Die Ärzte im Krankenhaus haben mir erzählt, dass es sogar möglich ist, dass sich die Haarfarbe des Empfängers durch die Spende ändert.

KiK: Es gibt zwei Arten Stammzellen zu spenden. Bei Ihnen erfolgte die Spende über eine seltene Knochenmarkspende im Beckenkamm. Haben Sie sich schnell von dem Eingriff erholt?

Lydia Kölker: Die Entnahme wird unter Vollnarkose durchgeführt, man merkt davon also nichts. Danach ist man aber noch einige Zeit eingeschränkt und der Körper muss sich langsam von dem Eingriff erholen. Insgesamt war ich zwei Wochen krankgeschrieben. In den meisten Fällen erfolgt die Entnahme der Stammzellen aber über das Blut, was deutlich unkomplizierter ist. Das war bei mir aber nicht möglich, weil der Empfänger der Spende schon zu krank war.

KiK: Würden Sie anderen Mitarbeitern eine Registrierung empfehlen?

Lydia Kölker: Unbedingt! Durch meine Erfahrungen möchte ich auf dem Thema aufmerksam machen und noch mehr Menschen dazu auffordern sich zu informieren und zu registrieren. Immer noch erkranken Menschen an Blutkrebs und es wird kein passender Spender gefunden. Mit jedem registrierten Spender steigt also die Chance, dass ein Mensch geheilt werden kann. Die Registrierung ist übrigens für unsere Mitarbeiter kostenfrei und KiK spendet die 35 Euro, die die Typisierung kostet an die DKMS. Wirklich toll ist auch, dass KiK im Fall einer Spende den betreffenden Mitarbeiter freistellt.  Ich bin sehr stolz, dass ich mich dazu entschieden habe zu spenden und somit einem Menschen das Leben gerettet habe.

Wir bedanken uns für das Gespräch.