Ausbildungsberuf Kaufmann im E-Commerce (m/w/d)

Autorin: Karoline Küssner

Im Jahr 2018 wurde der Ausbildungsberuf Kaufmann im E-Commerce (m/w/d) eingeführt. Bastian K. begann diesen als einer der Ersten bei der Firma KiK Textilien & Non-Food GmbH. Im folgenden Interview schildert Bastian seine Erfahrungen als Pionier im E-Commerce.

Hallo Bastian! Wie bist Du auf den Ausbildungsplatz Kaufmann im E-Commerce aufmerksam geworden? Hast Du explizit danach gesucht oder hast Du die Stelle durch Zufall entdeckt?

Ich habe nicht explizit danach gesucht. Ich habe mich erstmal umgeguckt, was es grundsätzlich so für Ausbildungsberufe gibt. Mein Bruder hat schon die Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel gemacht. Das fand ich auch interessant, ich habe auch schon mein Fachabitur in der Richtung Wirtschaft und Verwaltung gemacht. Auf den Ausbildungsberuf bin ich dann eher zufällig gestoßen, beziehungsweise hat mich ein ehemaliger KiK-Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht, dass auch KiK diesen Beruf ausbildet und dieser erst neu anläuft. Ich interessiere mich auch in meiner Freizeit für Technik. Aber ich glaube, da ist unsere Generation sowieso nicht ganz befreit von.

Bist Du der Meinung, dass man ein gewisses Gefühl für Technik braucht, um den Ausbildungsberuf erlernen zu können?

Ein gewisses Gefühl oder eine Affinität würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Man braucht Interesse. Darüber geht das meiste. Wenn man nicht abgeneigt ist, sich in manche Sachen „reinzufuchsen“, dann kann man damit auf jeden Fall auch so klarkommen.

Vielleicht kannst Du mal zwei oder drei Sachen erzählen, die Du in der Berufsschule gelernt hast? Für mich ist es schwierig sich vorzustellen, welche Lernbereiche Ihr in diesem neuen Beruf behandelt habt.

Es war tatsächlich echt viel Datenschutz dabei. Also, grundsätzlich der Umgang mit Daten. Klar, das Kaufmännische haben wir natürlich auch intensiv behandelt. Ein besonderes Thema war auch das Social Media Marketing. Da haben wir gelernt, was sich hinter den einzelnen Internet-Plattformen verbirgt.

Auf welcher Berufsschule warst Du denn? Und wie groß war der erste Jahrgang?

Die Klasse an sich war schon recht groß, so um die 25 Schüler:innen und wir hatten zwei Klassen im Jahrgang, also so um die 50 Auszubildenden. Tendenz steigend. Ich war auf dem Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Münster, weil ich auch aus Münster komme. Vorher war ich auf einer Berufsschule in Dortmund, hatte dann aber die Möglichkeit zu wechseln, damit ich nicht immer von Münster nach Dortmund fahren muss.

Wie lief der Berufsschulunterricht ab? Habt Ihr viel am PC gearbeitet? Brauchte jeder seinen eigenen Laptop und wie war die Schule ausgestattet?

Ja, ich war schon gut ausgestattet, die Schule aber grundsätzlich auch. Eigentlich haben wir immer am PC gearbeitet. Klar, jeder der konnte oder wollte, hatte seinen Laptop dabei und hat darauf dann Notizen gemacht, mitgeschrieben oder auch die Aufgaben erledigt. Aber wenn man keinen hatte, konnte man auch die PCs der Schule nutzen. Es ist also nicht zwingend erforderlich einen eigenen Laptop zu haben.

Ist die Ausbildung so abgelaufen wie Du es Dir vorgestellt hast? Was hast Du als Hürden gesehen?

Anfangs war es etwas holprig. Auch das Unternehmen musste sich mit den Aufgaben, die der neue Ausbildungsberuf mit sich brachte, erst einmal vertraut machen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase hat mein ehemaliger Ausbilder das echt gut hinbekommen. Ich war immer mindestens drei Monate in den einzelnen Abteilungen eingesetzt. Die Abteilungen sind das Online- und Offline-Marketing, E-Commerce IT, ERP-Abteilung, Category Management und der Kundenservice. Nach einem Jahr hatte ich alle Abteilungen durchlaufen und konnte mich dann schon mal ein wenig spezialisieren. Nach dieser Zeit habe ich dann auch meinen festen Platz in der Abteilung E-Commerce IT gefunden, in der ich meine Ausbildung beendet habe und anschließend übernommen wurde.

Was genau sind dort Deine Aufgaben?

Viel Koordination und Organisation, da wir mit externen Agenturen zusammenarbeiten. Weitere Aufgaben sind die Webshopentwicklung und die operative Betreuung. Dazu zählt Daten- und Webanalyse, Systembetreuung, Testing und Qualitätssicherung. Durch die Dynamik des Onlinehandels bewegen sich meine Aufgabenfelder im ständigen Wandel.

Wie hast Du Dich auf Deine Prüfung vorbereitet? Hattest Du genug Lernmaterial? Es gab bei Dir schließlich keine Prüfungen aus den Vorjahren, an denen, Du Dich orientieren konntest? War das schwierig?

Ja, das war definitiv schwierig. Ich hatte nur sehr wenige Vorgänger-Prüfungen, mit denen ich lernen konnte, da mein Jahrgang der erste Prüfungsjahrgang war. Ich habe aber viel Unterstützung von der Berufsschule und vom Unternehmen bekommen.

Vielen Dank, dass Du uns Einblick in Deine Ausbildungszeit gewährt hast.

b.k. 2