Unterwegs in China – mein Auslandspraktikum im Reich der Mitte

Bevor ich meine Ausbildung bei KiK zum Groß- und Außenhandelskaufmann begonnen habe, habe ich ein sechs monatiges Auslandspraktikum in China absolviert. Vorort bin ich viel gereist und habe unter anderem Handelsmessen und Fabriken besucht.

In China wird ein großer Teil der von KiK angebotenen Ware produziert. Und damit ist KiK nicht allein. Auf meiner Reise habe ich auch Fabriken besucht, die mit anderen Einzelhandelsunternehmen zusammen arbeiteten. Kein Wunder, denn China ist in der Textilindustrie, genauso in der Branche für Non-Food Artikel ein Global Player und größter Exporteur von Textilien und Bekleidung weltweit.

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Meine Erwartungen an die Arbeits- und Sicherheitsstandards in den Fabriken vor Ort hielt sich in Grenzen, da man immer wieder Berichte sieht, wie schlecht es den Menschen dort geht. Allerdings wurden meine Vorurteile nicht bestätigt, denn viele Fabriken legen durchaus viel Wert auf Arbeitssicherheit. Hinzu kommt, dass die Fabriken mittlerweile auch spürbar Vorteile für die Arbeiter bieten müssen, wie z.B. eine Kantine und saubere Unterkünfte. Denn mittlerweile gibt es viele Fabriken und Firmen in China, so dass die Lage für den Arbeitnehmer fortschrittlicher wird und die Fabriken zwingend auf Sicherheit und Standards achten müssen. Doch nicht nur die Fabriken achten auf Sicherheit, auch die chinesische Regierung achtet verstärkt darauf. Ein großes Thema dabei ist der Umweltschutz. Fakt ist, dass die Fabriken viel Kohlenstoffdioxid ausstoßen. Um diesen zu verringern, wird die Luft über den Fabriken gemessen, einmal im vollen Betrieb und auch einmal, wenn alle Maschinen abgeschaltet sind. Wenn sich die Werte bis zur nächsten Messung nicht verbessert haben, werden die Betreiber sanktioniert. Sollten die Werte sich überhaupt nicht bessern, können die Fabriken sogar still gelegt werden.

Ich habe auch gesehen, dass die Menschen, mit dem, was sie haben, glücklich sind. Natürlich verdienen sie nicht dasselbe wie hierzulande, aber das, was sie verdienen, reicht, um in China zu leben. Und ich kann nur sagen, dass ein Verzicht auf Ware aus China, wegen vermeintlicher „Ausbeutung“ niemandem hilft. Denn wenn wir hier auf diese Ware verzichten, wird es den Menschen vor Ort deutlich schlechter gehen.

Ein echtes Highlight auf meiner Reise war die Kanton Messe. Diese Messe ist Chinas größte Import- und Exportmesse und findet zweimal im Jahr (Frühling & Herbst) in Guangzhou, im Süden Chinas statt. Auf dieser Messe sind rund 25.000 Lieferanten vertreten und sie wird von hunderttausenden Einkäufern und Firmen besucht. 2018 wurde  ein Gesamtumsatz von knapp 60 Mio. Euro allein auf der Messe erworben. Am Anfang war ich überrascht, wie viele Menschen dort waren und man sich teilweise von Stand zu Stand kämpfen musste. Dabei muss man beachten, dass diese Messe für viele Firmen die einzige Option ist, Lieferanten und Produzenten zu treffen und somit Stress und Hektik vorprogrammiert sind.

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Mein Fazit von dieser Reise ist, dass es über China viele Vorurteile gibt. Doch die Menschen dort sind nett, großzügig und wollen für jeden nur das Beste. Die Kultur ist einzigartig und die Städte und Umgebungen sind faszinierend.

Meiner Meinung nach sollte man, bevor man sich eine Meinung über dieses Land bildet, selbst eine Reise dorthin machen. In erster Linie um zu schauen ob wirklich alles was man im Fernsehen sieht auch der Realität entspricht.