Ziel – Olympische Spiele 2021

Wir bei KiK haben einen Azubi, der einen etwas anderen Weg geht als die anderen. Amrit Kahlon ist Profisportler und macht zeitgleich seine Ausbildung bei KiK. Er ist in der Abteilung Kundenservice für unseren Onlineshop eingesetzt, in der er auch bis zum Ende seiner Ausbildung bleiben wird. Wie Ausbildung und Profisport zueinander passt, erzählte er mir in einem Interview.

Kahlon

Amrit, am besten stellst du dich vielleicht einmal kurz vor.

Amrit Kahlon: Hallo, mein Name ist Amrit Kahlon. Ich bin 22 Jahre alt und komme aus Essen. Ich habe im September 2017 meine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement begonnen.

Du machst ja keine ganz normale Ausbildung, was ist das Besondere an deiner Ausbildung?

Amrit Kahlon: Genau, meine Ausbildung ist auf eine 28,5 Stunden Woche angelegt. Ich bin Mitglied der deutschen Karate Nationalmannschaft und mithilfe des Olympiastützpunkt Rhein-Ruhr und der Sportstiftung-NRW habe ich mich für eine Teilzeit Ausbildung entschieden.

Wie ist das aufgeteilt zwischen Schule, Arbeit und Leistungssport?

Amrit Kahlon: KiK hat es mir ermöglicht, meine Anfahrtswege so kurz wie möglich zu halten und somit konnte ich die Berufsschule in Essen besuchen. Ich habe in den ersten beiden Lehrjahren die Berufsschule zweimal in der Woche besucht. Im letzten Lehrjahr nur noch einmal (jeweils von 8:00 – 13:10 Uhr). An den anderen Tagen war ich  bei KiK an meinem Arbeitsplatz von 8:00 – 14:00 Uhr. So konnte ich nachmittags immer mein Training wahrnehmen und mich auf meine Wettkämpfe vorbereiten.

War es schwierig eine Ausbildungsstelle zu finden, die das angeboten hat und dich angesprochen hat? Und wieso ist es dann KiK geworden?

Amrit Kahlon: Es war verdammt schwierig. Ich habe mich während meines Abiturs beworben und niemand wollte eine Teilzeitstelle zur Verfügung stellen. Zwar hatte ich ein paar Zusagen, jedoch keine als Teilzeitstelle. Mein Ziel war es jedoch, den Sport mit meinem Beruf zu verbinden und beides unter einen Hut zu bekommen. Als die Bewerbungsfrist immer enger wurde, habe ich durch die Sportstiftung-NRW die Möglichkeit zu einem Vorstellungsgespräch bei KiK erhalten. Dieses Gespräch sollte jedoch nur für ein Praktikum sein. Ich habe mich mit Herrn Oudshoorn (Bereichsleiter Filialservice)  sehr gut verstanden und er bot mir dann die Möglichkeit an, meine Ausbildung als Teilzeitkraft bei KiK in der Zentrale zu beginnen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwer war. Du sagst, du willst Sport und Beruf unter einen Hut bekommen. Hast du dein Ziel erreicht oder gab es am Anfang Hindernisse oder gar Konflikte im Laufe der Ausbildung?

Amrit Kahlon: Ohne KiK hätte ich meinen Sport nicht mehr so ausführen können wie bisher. Ich konnte mein Ziel somit erreichen. Die Abteilung Aus-und Fortbildung stand mir in den letzten drei Jahren tatkräftig zur Seite. Frau Maletz und die ganze Abteilung haben mich für all meine Wettkämpfe sofort freigestellt, dies wurde dann mit meinem Urlaub verplant. Sie haben sich auch um die Freistellung in der Berufsschule gekümmert. Konflikte gab es keine.

Okay, super. Dann lass uns kurz zum Sport kommen. Wie lange machst du schon Karate und wie bist du dazu gekommen bzw. wie kam es, dass du Profisportler wurdest?

Amrit Kahlon: Ich betreibe Karate seit meinem 3. Lebensjahr, also seit ca. 19 Jahren. Mein Vater war damals selber professionaler Ringer und er suchte für mich etwas Ähnliches und fand die Karateschule. Meinen ersten Wettkampf, den ich erfolgreich abschließen konnte, hatte ich bereits im Alter von fünf Jahren. Mein Vater war sehr streng und ich musste damals auf vieles verzichten. Ich musste nach meinem Training zuhause zusätzlich eine weitere Stunde trainieren. 2009 bin ich das zweite Mal bei einer Deutschen Meisterschaft gestartet und habe es bis ins Finale geschafft. Hier entstand der Kontakt zum Bundestrainer. In den darauf folgenden Jahren wurde ich mehrfach deutscher Meister im Schwergewicht und wurde in den Nationalkader berufen. Ich bin auf vielen Internationalen Turnieren für Deutschland an den Start gegangen und konnte viele Erfolge sammeln.

Wie lange trainierst du mittlerweile am Tag und wie oft die Woche?

Amrit Kahlon: Ich trainiere sechs Mal in der Woche. An drei Tagen trainiere ich einmal zwei Stunden. An den anderen drei Tagen trainiere ich zweimal am Tag für jeweils 1 ½ Stunden.

Du hast in deinen jungen Jahren sportlich schon viel geleistet. Geht es denn dann noch Höher? Was sind deine Ziele?

Amrit Kahlon: Höher geht es immer. Mein Ziel war es immer oben mitmischen zu können und meine Leistung 100% zu erbringen. Viele Sportler haben das Ziel, Weltmeister zu werden. Dies trifft auch auf mich zu. Zudem möchte ich mich für die Olympischen Spiele 2021 bzw. 2024 qualifizieren.

Amrit, vielen Dank schon mal. Zu guter Letzt würde ich dich bitten, uns ein kurzes Fazit zu geben, wenn du auf die vergangen drei Jahre zurück blickst.

Amrit Kahlon: Ich bedanke mich bei dir. Die letzten Jahre waren wirklich sehr toll. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es noch schaffe eine Teilzeitstelle zu bekommen. Ich möchte mich sehr bei Herrn Oudshoorn und der gesamten Aus-und Fortbildung für die Unterstützung der letzten Jahre bedanken. Vielen Dank, ohne Sie hätte ich es nicht geschafft.