Grüner Knopf für faire Mode? Patrick Zahn diskutiert mit Minister Müller

Unter welchen Bedingungen wird unsere Kleidung hergestellt? Wie kann der Kunde sich darauf verlassen, dass seine Kleidung fair und nachhaltig produziert wird? Entwicklungsminister Gerd Müller will dazu ab Frühjahr 2019 den „Grünen Knopf“ einführen. Mit diesem Siegel sollen Produkte versehen werden, die den Mindestanforderungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Glaubwürdigkeit entsprechen und von Unternehmen beschafft werden, die sich an den Best Practices der Vereinten Nationen und OECD orientieren.

Minister Müller lud zur Diskussion über den Grünen Knopf, CEO Patrick Zahn zusammen mit Repräsentantinnen von Hess Natur und Vaude sowie Redakteurinnen von Frauen- und Modemagazinen, ins Ministerium ein. Zahn machte deutlich, dass die Kleidung von KiK bereits heute als nachhaltig zu bezeichnen sei, weil die Aufträge von KiK Tausende von Arbeitsplätze sicherten, KiK viel zur Verbesserung der Arbeitssicherheit beitrage, auf sinkenden Energieverbrauch achte und kein Fast-Fashion-Anbieter sei. Minister Müller lobte KiK für seine aktive Rolle im Textilbündnis und verwies auf die bisherigen Erfolge des Bündnisses. Zahn signalisierte klare Unterstützung für das Bündnis, wies aber auch auf die Defizite hin: „Die derzeitige Marktabdeckung von 50 Prozent ist zu gering und es fehlen wichtige Player, etwa aus dem E-Commerce-Bereich. Als international agierendes Unternehme bevorzugt KiK zudem einen internationalen Ansatz“, so Zahn in Berlin.

 
Grüner Knopf: Das BMZ lud zu einer Diskussionsveranstaltung ein
Das BMZ lud zu einer Diskussionsveranstaltung über den "Grünen Knopf" nach Berlin ein

Für gute Produktionsbedingungen müssen Wirtschaft und Politik zusammenarbeiten

Zahn machte deutlich, dass auch KiK dafür eintrete, die Beschäftigten in den Produktionsländern besser zu bezahlen. Man führe viele Kontrollen und Sozialaudits durch, um sicherzustellen, dass die Arbeiterinnen den Mindestlohn erhielten. „Tatsächlich hat es in den letzten 15 Jahren bereits eine Verachtfachung der Mindestlöhne in Bangladesch gegeben“, betonte Zahn. Der KiK-Chef appellierte an die Unterstützung durch die Politik. Es müsse sichergestellt werden, dass höhere Löhne tatsächlich bei den Näherinnen ankämen und nicht von steigenden Lebenshaltungskosten konterkariert würden. Zudem warnte Zahn davor, immer neue Anforderungen an die Lieferanten zu stellen: „Schon heute gibt es viele Auftraggeber aus China oder Russland mit geringeren Ansprüchen an Produktionsstandards. Es besteht die Gefahr, dass westliche Firmen mit ihren hohen Standards Kapazitäten verlieren.“ Auch wenn es für viele Verbraucher finanziell möglich sei, mehr Geld für Kleidung auszugeben, sei die KiK-Kundschaft preissensibel und habe ein geringes monatliches Budget für Kleidung.

Minister Müller machte deutlich, dass die Bundesregierung bereits im nächsten Jahr Kleidung mit dem Grünen Knopf auszeichnen wolle. Er erwarte von den Unternehmen, dass sie entsprechende Produkte präsentierten, die das Siegel tragen können. Zahn signalisierte die Unterstützung von KiK für das Siegel und betonte, dass der Grüne Knopf durchaus in der Lage sei, Vertrauen bei den Verbrauchern zu erzeugen, allerdings komme es auf die Ausgestaltung der Kriterien zur Siegelvergabe an.