Internationale Bündnisse: Der Accord on Fire and Building Safety

KiK als Mitglied im Accord

Als Folge des Einsturzes des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch haben mehr als 200 internationale Bekleidungsunternehmen und Gewerkschaften den „Accord on Fire and Building Safety“ ins Leben gerufen. KiK hat als zweites deutsches Unternehmen diesen Accord unterzeichnet, der sich bei den Fabriken um verbesserten Brandschutz, elektrische Sicherheit und Gebäudesicherheit kümmert. Alle Unterzeichner haben ihre Zulieferfabriken in Bangladesch dem Accord gemeldet und sich verpflichtet, diese praktisch und finanziell bei Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen. Ziel ist die Verbesserung der Arbeitssicherheit

Fabrik in Bangladesch
Fabrik in Bangladesch

Gründung des Accords als Reaktion auf das Fabrikunglück Rana Plaza

Der Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes im April 2013 gehört zu den schwersten Unglücken in der Geschichte von Bangladesch. Über 1000 Beschäftigte verloren damals ihr Leben. Das Fabrikgebäude war wegen Sicherheitsbedenken am Tag zuvor gesperrt worden. Die Fabrikbesitzer hatten die Beschäftigten jedoch aufgefordert, dennoch zu arbeiten. Als Konsequenz aus dem Unglück wurde ein besonderes Augenmerk auf Statik und Brandschutz der Fabriken in Bangladesch gelegt. Seit Mai 2013 arbeiten mehr als 200 internationale Bekleidungsunternehmen und Gewerkschaften im sogenannten „Accord on Fire and Building Safety“ in Bangladesch zusammen. KiK war das zweite deutsche Unternehmen, das dem Accord beitrat. Alle Unterzeichner des Abkommens haben sich zu Transparenz und finanzieller Unterstützung verpflichtet. Sie haben dem Accord alle Zulieferfabriken in Bangladesch gemeldet und begleiten diese bei der Inspektion der Fabriken in Bezug auf Gebäudesicherheit, Brandschutz und elektrischer Sicherheit. Ziel der Maßnahmen ist die Verbesserung der Arbeitssicherheit. Die Inspektionen werden von einem externen Ingenieurteam durchgeführt. Am Ende einer Inspektion steht eine Mängelliste verbunden mit einer Zeitplanung zur Beseitigung der Mängel. Die Textilfirmen unterstützen die Fabriken praktisch, aber vor allem auch finanziell bei der Beseitigung der Mängel.

Ende Oktober 2016 waren insgesamt 1849 Fabriken von allen Accord-Mitgliedern gemeldet und inspiziert worden. Die dabei gefundenen Mängel wurden zu 69 Prozent behoben. Kritik übte der Accord an dem teilweise zu langsamen Umsetzungstempo der Sanierungsmaßnahmen. Insgesamt 147 Fabriken mussten wegen gravierender Sicherheitsbedenken geschlossen werden.

Verlängerung des Accords bis 2021 geplant

KiK hat dem Accord 190 Fabriken gemeldet. Alle Fabriken wurden mindestens einmal inspiziert. In 70 Prozent der Fälle sind die dokumentierten Mängel beseitigt, die Sanierungsmaßnahmen liegen größtenteils im Plan. Keine der vom Accord geschlossenen Fabriken hat für KiK produziert.

Der Verlängerung des Accord bis 2021 hat KiK als eines der ersten Mitglieder zugestimmt. Die Aktivitäten müssen fortgeführt werden, um die begonnenen Sanierungsmaßnahmen zu vollenden sowie den sozialen Dialog und die Vereinigungsfreiheit zu stärken. Mit dem neuen Accord können zudem weitere Zulieferer in der textilen Vorkette in die Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudesicherheit aufgenommen werden.