Mein Weg vom Azubi zur Produktmanagerin

Am 01.06.2016 stand ich vor der schweren Entscheidung, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Meinen Plan „Abitur -> Studium -> Arbeit“ hatte ich schon früh gefasst. Doch, dass der Studiengang nicht meine Erwartungen erfüllen könnte, hatte ich dabei nicht in Erwägung gezogen. Doch genau dieser Fall ist eingetreten und so musste ich mit 24 Jahren den jahrelang verfolgten Plan neu ausrichten. Beginne ich ein neues Studium oder mache ich eine Ausbildung? Und wenn ich eine Ausbildung mache, welche? Wie soll ich ohne Erfahrungen außerhalb von Nebenjobs entscheiden, welchen Weg ich den Rest meines beruflichen Lebens gehen will? Der Umgang mit Zahlen und Menschen, Arbeiten im Team, Sicherheit im Job, Abwechslung & Karrierechancen waren wichtige Punkte, die mein neuer Weg mir bieten sollte. Die Antwort war „der Einzelhandel“. Nach einer Hand voll Vorstellungsgesprächen wusste ich, wer der richtige Partner sein kann – KiK. Ein stetig wachsendes und expandierendes Unternehmen, welches endlich Abstand von dem nervigen roten T-shirt genommen hat und sich neu aufstellt. Die Entscheidung war getroffen: Ich beginne meine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel am 15.09.2016 bei KiK in der Zentrale Bönen!

Während meiner 2,5 Jahren Ausbildung durchlief ich eine Vielzahl an Abteilungen. Das Marketing, die Filiale und verschieden Einkaufsbereiche lernte ich je mindestens 3 Monate kennen. Von Kaffeekochen, Müll rausbringen oder Autos waschen keine Spur – das sind doch die eigentlichen Aufgaben eines Azubis, oder? In jeder Abteilung wurde ich nach der Einarbeitung als gleichwertiger Kollege und Mitarbeiter eingesetzt und hatte so den besten Eindruck, was mich nach meiner Ausbildung erwarten könnte. Neben der eigentlichen Ausbildung gab es die Möglichkeit bei besonders guten schulischen Leistungen bei einem Austausch (Auslandspraktikum) mit zu machen. Ich hängte mich richtig rein und verbrachte so 3 Wochen in einem Partnerunternehmen in Polen.

Karriereleiter kik
Frau Brechtenkamp Bild

Die Ausbildung verflog und so war die nächste Entscheidung zu treffen: Bleibe ich nach der Ausbildung bei KiK? – Ja! Die passende Abteilung hatte ich bereits gefunden, den Einkauf Non Food. Viele verschiedene Warengruppen, unzählige Artikel, stetig wechselndes und wachsendes Sortiment, enge Zusammenarbeit mit den Schnittstellen Qualitätssicherung, Marketing und Vertrieb versprachen vieles, aber keine Langeweile. Ich wollte Artikel aussuchen, Designs bestimmen und Preise verhandeln, aber darauf sollte ich noch etwas warten müssen. Das erste Jahr nach meiner Ausbildung war ich die Assistentin des Bereichsleiters. Wie ich dazu gekommen bin? Ich könnte sagen, weil ich ein dufter Typ bin, aber es war viel simpler. Die Stelle war frei, ich hatte Lust und die Chemie passte. Im Nachhinein war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort und natürlich ein dufter Typ. In der Zeit wurde ich zum Organisationstalent und jonglierte mit Terminen, Flügen, Reservierungen, Umbuchungen und Personalgesprächen. Eine spannende Aufgabe und ich war fast in allen Themen bezüglich des Einkaufbereichs involviert, aber das reiche mir nicht. Ich wollte mehr als verwalten und war überzeugt, dass ich es auch kann. Dieser Meinung war auch der Bereichsleiter und ab da ging alles sehr schnell. Ich bekam meinen eigenen Bereich als Juniorsortimentsmanagerin und war für die Mitarbeiter und Azubis des Bereichs zuständig. Limit-Planungen, Artikelauswahl, Design und Konzepterstellung, Lieferantentermine, Fernost Reisen und vieles mehr waren nun mein Alltag. Klingt spannend? War es. „Handel ist Wandel“ und so ist es auch bei KiK. Neue Aufteilungen und Strukturen, was stetigen Wachstum mit sich bringt, waren erforderlich. Die Einkaufsbereiche wurden in Fachbereiche aufgeteilt und so bin ich nun Produktmanagerin für den Bereich Haushalt. Ich bestimme anhand der Kennzahlen die Artikel die erneut in den Verkauf gehen können, erstelle Konzepte und Designs, entwickle Neuheiten, plane das Budget und die Abschriften (Reduzierungen). Mein Team, das mich täglich bei den Aufgaben unterstützt, umfasst 6 Mitarbeiter und 1 Azubi. Diesen versuche ich täglich in meinen Arbeitsalltag mit einzubeziehen und mit den alltäglichen Aufgaben aus meinem Bereich vertraut zu machen. Dieser unterstützt mich genau wie die anderen Teammitglieder und lernt so den wahren Alltag im Einkauf kennen und vielleicht, wie ich, auch lieben.

Wusste ich, dass ich diesen Weg mit der getroffenen Entscheidung vor 5 Jahren gehen werde? Definitiv nein! Würde ich sie gerade deswegen genauso wieder treffen? Und ob!