Praktikum im Ausland – ein einmaliges Abenteuer

„Drei Sprachen spricht man in der belgischen Grenzstadt Eupen“, berichtet Nico Sterner. „Die Kunden kommen in den Laden und sprechen Deutsch, Französisch oder Flämisch, manchmal auch Englisch. Ich wurde direkt ins kalte Wasser geschmissen und durfte die Kunden beraten, das hat mir echt viel Spaß gemacht.“ In der Kleinstadt, direkt hinter der deutschen Grenze, liegt der kleine Computerladen, in dem er ein Erasmus Praktikum absolviert hat. Für drei Wochen wurde die Betriebsgröße verdoppelt und aus dem Ein-Mann Betrieb wurde durch die Unterstützung von Nico Sterner ein Zwei-Mann Betrieb.

Kopieren und Kaffee? Ganz sicher nicht

„Typische Praktikantenaufgaben waren überhaupt kein Thema“, erzählt er. Ganz im Gegenteil, im Praktikum wurde er vor viele neue Herausforderungen gestellt: „In dem Laden gab es ein großes Lager mit vielen Ersatzteilen, aus denen ich mir einen Computer zusammengebastelt habe.“

Nico Sterner ist sich ganz sicher, dass er von diesem Wissen auch später noch profitieren wird. Besonders in seiner Ausbildung als IT Kaufmann, die er bei KiK Digital absolviert. Denn in der Ausbildung wurden viele IT Themen theoretisch behandelt, die praktische Anwendung fehlte aber bisher. „In der Abschlussprüfung bei der IHK wird genau dieses Wissen abgefragt, da habe ich jetzt einen wirklichen Vorteil“, berichtet er.

Nico Sterner steht vor dem Computerladen, in dem er sein Praktikum absolviert hat
Nico Sterner steht vor dem Computerladen, in dem er sein Praktikum absolviert hat

Nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Weiterentwicklung

Eine besondere Erfahrung konnte Nico Sterner außerhalb des Praktikums durch die Unterbringung in einer Familie machen. „Meine Mitschüler und ich haben in einer Familie gelebt, die drei behinderte Kinder adoptiert hat“, erklärt er. „Die Familie hatte insgesamt sehr wenig Geld. Die eine Tochter saß im Rollstuhl und es war kein Geld für die Installation eines Treppenlifts da. Trotzdem hat die Familie Geld für andere gesammelt, die noch weniger hatten, anstatt für sich selbst. Das fand ich menschlich sehr beeindruckend.“

Zurück im Alltag bei KiK ist er sich sicher, dass das Praktikum ihn noch lange prägen wird: „Meine Soft Skills haben sich auf jeden Fall weiterentwickelt und ich bin viel selbstbewusster geworden. So ein Interview, hätte ich mir vor der Zeit in Belgien nicht zugetraut“, gesteht er. Empfehlen kann er ein Praktikum jedem Azubi, gibt aber zu bedenken, dass man auch eine gewisse Offenheit für neue Kulturen mitbringen muss.

KiK unterstützt die Auslandspraktika durch einen finanziellen Zuschuss und stellt die Azubis für den Zeitraum größtenteils von der Arbeit frei. „Im Vergleich zu anderen Unternehmen, ist KiK da schon ein Vorreiter und ich bin wirklich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen konnte“, resümiert Nico Sterner. „Für mich hätte das Praktikum aber ruhig länger sein können. Die drei Wochen gingen sehr schnell um.“

Wir bedanken uns für das Interview.