Teilzeitausbildung bei KiK – Mutter, Auszubildende und Alltagsmanagerin

Autor: Anna Rogall

Junge Mutter zu sein und einen Ausbildungswunsch zu haben, ist oft kein leichtes Unterfangen. Jasmin K. aus Bielefeld beweist, dass es mit guter Organisation, Willensstärke, familiärer Unterstützung und einem verständnisvollen Arbeitgeber dennoch gut zu meistern ist!

Hallo Jasmin, ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und mit mir über Deine Ausbildung bei KiK sprichst. Bitte stelle Dich doch unseren Leserinnen und Lesern kurz vor:

Hallo Anna. Mein Name ist Jasmin, ich bin 25 Jahre alt und wohne mit meinem Lebensgefährten in Bielefeld. Ich habe eine fünfjährige Tochter. Meine Ausbildung in Teilzeit zur Kauffrau im Einzelhandel habe ich im Sommer 2019 bei der Firma KiK begonnen und werde diese voraussichtlich im Sommer 2022 erfolgreich abschließen.

Erzähl mir doch gerne mehr über Deinen Weg zur Ausbildung. Wie bist Du auf KiK gekommen und hattest Du schon immer den Wunsch eine Ausbildung im Handel zu machen?

Nach der Elternzeit hatte ich den großen Wunsch eine Ausbildung im Handel zu beginnen, habe mich aber als Erstes für eine Teilzeitanstellung ohne Ausbildung bei KiK beworben, auf die ich über eine Internetanzeige aufmerksam geworden bin. Schon in dem Vorstellungsgespräch wurde mir, von der Bezirksleitung, von der Möglichkeit der Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel in Teilzeit berichtet. Ich fand es toll, dass es bei KiK diese Möglichkeit gibt und wollte die Chance sehr gerne ergreifen. Da der Ausbildungsstart aber erst im nächsten Sommer war, habe ich die Zwischenzeit mit einer Teilzeitanstellung überbrückt. Schon in dieser Zeit habe ich viel Offenheit und Verständnis von meinen Kolleginnen und Kollegen für die Betreuung meiner Tochter erfahren. Im Sommer 2019 ging dann mein Anstellungsverhältnis nahtlos in das Ausbildungsverhältnis über. Ich habe mich riesig gefreut, dass KiK mir die Chance gibt, meine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren, da ich so mein privates Leben und meine Ausbildung gut unter einen Hut bekomme!

Gab es in Deiner Bewerbungsphase auch andere Unternehmen, die nicht so aufgeschlossen reagiert haben, als Du erzählt hast, dass Du eine kleine Tochter hast?

Ja leider. Ich habe viele Absagen bekommen, wo ich vermute, dass der Betreuungsaspekt meiner Tochter einige Unternehmen abgeschreckt hat. Ich hatte auch ein Vorstellungsgespräch in einem anderen Unternehmen, welches leider nicht so positiv ausgefallen ist. Ich habe leider oft mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt. Bei KiK habe ich mich aber sofort akzeptiert gefühlt und hatte keinen Moment, wo ich dachte, dass ich anders behandelt werde, weil ich eine kleine Tochter habe.

Wieso auch? Nur weil Du eine kleine Tochter hast, heißt dies ja nicht, dass Du schlechtere Arbeit leistest! Wie sieht denn die Ausbildung in Teilzeit bei KiK aus? Wie verteilt sich die Arbeitszeit?

In meiner Ausbildung arbeite ich 30 Stunden die Woche, wobei mir meine Berufsschulzeiten natürlich an meine Arbeitszeiten angerechnet werden. Aktuell habe ich ca. 13 Stunden Berufsschule in der Woche, das bedeutet, dass ich 17 Stunden in der Woche in der Filiale arbeite. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen klappen die Absprachen immer super. Donnerstag und Freitag habe ich aktuell Berufsschule und bin in der Regel danach nicht mehr im Betrieb. Die restliche Arbeitszeit in der Filiale verteile ich dann auf drei weitere Wochentage in Früh- und Spätschichten. 

Die dreifache Belastung – Berufsschule, Filialarbeitszeit und Privatleben – ist aber bestimmt nicht leicht, wie schaffst Du es dies erfolgreich zu managen?

Ja das stimmt, leicht ist es nicht, aber machbar! Ich habe eine tolle Familie, die mich sehr mit der Betreuung meiner Tochter unterstützt. Wir wohnen in einem Haus und können uns so immer gut abstimmen, was KiTa-Zeiten angeht. Wir erarbeiten immer einen Monatsplan, in dem wir meine Arbeitszeiten, die Betreuungszeiten meiner Tochter und die Arbeitszeiten meiner Familie vergleichen. Bisher klappt es sehr gut! Mein Lebensgefährte kann sich seine Arbeitszeiten auch relativ flexibel einteilen, so dass er auch eine große Hilfe ist. Meine lieben Kollegen und Kolleginnen und meine Bezirksleitung haben auch immer Verständnis, wenn ich mal eine Schicht tauschen muss und das hilft mir auch sehr. Für mich ist es nicht selbstverständlich, dass alle so flexibel sind und daher ist es für mich eine riesige Erleichterung.

Ich habe mir Dein Berufsschulzeugnis angeschaut, Du hast gute Noten! Ist es schwierig für Dich, die Lernzeiten einzuteilen, gerade im Moment in der Corona-Situation und dem Distanzlernen?

Ja, das Lernen ist teilweise eine große Überwindung, aber es gehört nun mal für eine gute Ausbildung dazu! Oft lerne ich an meinen freien Tagen, wenn meine Tochter in der KiTa ist oder wenn ich sie abends ins Bett gebracht habe. Ich muss schon Ruhe dafür finden, um mich gut zu konzentrieren. Gerade in Prüfungs- oder Klausurphasen ist dies oft schwierig, aber meine Leistungen zeigen mir, dass ich dies gut hinbekomme. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich nicht allem gerecht werden kann, aber das Gefühl legt sich dann schnell wieder. Gerade jetzt, wo die KiTa teilweise ganz geschlossen ist oder die Betreuungsstunden reduziert wurden, aufgrund von Corona, ist es eine Herausforderung. Meine Tochter musste auch bereits zwei Mal in Quarantäne, da in der KiTa ein positiver Fall war. Das sind Hürden im Alltag, die zu meistern sind. Meine Schwiegermutter war in diesen Zeiten besonders für uns da!

Im Distanzlernen waren meine Lehrerinnen und Lehrer auch immer sehr verständnisvoll. Wenn meine Tochter an meinen Berufsschultagen zu Hause war, habe ich dies immer am Anfang der Stunde kommuniziert, dass es sein kann, dass ich zwischendurch zum Beispiel das Essen warm machen muss. Hier gab es bisher auch keinerlei Probleme!

Das klingt für mich alles sehr harmonisch, aber auch nach viel Arbeit! Wie siehst Du Deine Zukunft?

Ich möchte im Sommer 2022 meine Ausbildung erfolgreich abschließen. Meine Tochter wird dann auch eingeschult, daher möchte ich gerne nach der Ausbildung weiter in Teilzeit arbeiten, kann mir aber vorstellen nach einer gewissen Zeit in Vollzeit zu wechseln.

Vielen lieben Dank für das tolle Interview, ich finde Deinen Werdegang sehr spannend und freue mich, dass Du bei KiK Deine Ausbildung erfolgreich meistern kannst. Ich wünsche Dir für die Zukunft privat und auch beruflich alles Gute und viel Durchhaltevermögen

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