„Die Merschzwerge“ – KiK bietet betriebliche Kinderbetreuung vor Ort

Betriebliche Kinderbetreuung bei KiK

Eine der wichtigsten Fragen beim beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist eine verlässliche Kinderbetreuung, die sich gut mit den eigenen Arbeitsbedingungen vereinbaren lässt. Davon sind auch wir bei KiK überzeugt. Gemeinsam mit unseren Nachbarn von GEA Farm Technologies haben wir deshalb vor bereits fünf Jahren die „Merschzwerge“ – eine betriebliche Großtagespflege – ins Leben gerufen. Gemeinsam möchten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so bei der Kinderbetreuung unterstützen und ihnen den Weg zurück ins Berufsleben so unkompliziert wie möglich gestalten.

Im Interview berichten Melanie Renner (GEA) und Lisa Martin (KiK), 1. und 2. Vorsitzende des Vereins GK Merschzwerge e.V. über die Idee der betrieblichen Kinderbetreuung, konkrete Vorteile der „Merschzwerge“ und die praktischen Abläufe um das eigene Kind unterbringen zu lassen.

Frau Martin, welche Form der betrieblichen Kinderbetreuung sind „Die Merschzwerge“?

Lisa Martin: Wir haben aktuell zwei Großtagespflegestellen. Das heißt, es betreuen immer zwei hauptamtliche, selbständige Tagesmütter jeweils 9 Kinder im Alter von 1-3 Jahren. Zusätzlich gibt es pro Großtagespflege eine unterstützende Springerin die bei Krankheit und Urlaub der Tagesmütter einspringen. Das Besondere ist, dass die Kinder unabhängig vom Kita-Jahr (August bis August) jederzeit einsteigen können.

Wofür gibt es den Verein „GK Merschzwerge e.V.“?

Melanie Renner: Wir haben den Verein zum Start der Merschzwerge Anfang 2013 gegründet. Da wir die Großtagespflegestellen gemeinsam mit unserem Nachbarn KiK ins Leben gerufen haben und auch betreuen, war ein Verein die einfachste Lösung. Die Unternehmen leisten ihren Mitgliedsbeitrag und damit finanzieren wir z.B. die Miete und entsprechende Nebenkosten. Wir sichern den Tagesmüttern aber auch ein monatliches finanzielles Mindesteinkommen zu. Außerdem kümmern wir uns um alle Belange der Tagesmütter.

Sie sagten doch gerade, dass die Tagesmütter selbständig seien? Warum zahlen Sie dann noch ein Mindesteinkommen?

Melanie Renner: Das stimmt, die Tagesmütter arbeiten selbständig und erhalten ihr Einkommen von den Jugendämtern der Heimatkommunen der Eltern. Die Eltern zahlen dort auch den ortsüblichen Elternbeitrag, so als ob sie in Ihrer Kommune eine Tagespflege in Anspruch nehmen würden. Es kann jedoch auch vorkommen, dass die Großtagespflege in manchen Monaten nicht voll ausgelastet ist. Diese gleichen wir entsprechend finanziell aus und geben somit finanzielle Sicherheit.

Würden Sie den Eltern die Großtagespflege empfehlen oder die Kita „zu Hause“?

Lisa Martin: Ja, definitiv kann ich die Großtagespflege empfehlen. Wenn man vor Ort ist und die ausgeglichenen Kinder sieht, dann weiß man, dass die Merschzwerge eine tolle Chance für Eltern sind, ihre Sprösslinge betreuen zu lassen.

2019-02-01 07_16_49-KiK_Plakat_A4_Merschzwerge.pdf - Adobe Acrobat Reader DC

Melanie Renner: Ich selbst habe meine beiden Kinder bei den Merschzwergen in die Betreuung gegeben und kann es nur jedem empfehlen. Es ist viel mehr als nur füttern und aufpassen, dass sich niemand verletzt. Die Tagesmütter sind speziell qualifiziert und haben tolle Ideen auch für die Kleinen, z.B. basteln, kleine Ausflüge mit Picknick oder Musikspiele und natürlich viel lesen und kuscheln. Meine Kinder haben sich bei den Merschzwergen pudelwohl gefühlt. Zudem war der Schock nicht so groß, als meine Kinder mit drei Jahren in die Kita gingen. Das Immunsystem ist oft schon gut entwickelt. In der Kita sind ja doch ganz andere Viren und Bakterien unterwegs.

Die Großtagespflege ist der perfekte Mittelweg zwischen großer Kita und familiärer Betreuung, z.B. bei einer einzelnen Tagesmutter zu Hause. Durch die Gruppengröße von maximal neun Kindern ist die Betreuung nicht so klein wie bei einer Tagesmutter oder bei den Großeltern, wo das Kind z.B. nicht versichert ist.

Außerdem haben die Eltern nur wenig Aufwand, um die Betreuung anzustoßen. Bei Kitas und Tagesmüttern muss man heute regelrecht „Klinken putzen“ und zittern, ob man einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei bekommt.

Andersherum ist es manchmal schwierig für Eltern, wenn die Kitas Druck ausüben und vorgeben, dass das Kind entweder U 3 oder gar nicht aufgenommen werden kann. Wir hatten auch diese Sorgen. Meine beiden Kinder sind aber mit drei Jahren in unserer Wunsch-Kita aufgenommen worden.

 

Wenn Sie von wenig Aufwand für die Eltern sprechen, wie sieht das aus?

Lisa Martin: Im Intranet gibt es ein Anmeldeformular, das die werdende Mutter ausfüllt und mir entweder postalisch oder per E-Mail zukommen lässt. Wir haben eine Warteliste, auf der die Mütter (oder Väter) aufgenommen werden. Parallel dazu telefonieren wir meist auch, um den weiteren Ablauf zu besprechen.

Ca. 6 Monate vor Betreuungsbeginn stelle ich dann den Kontakt zu unserem Kooperationsverein her, damit Eltern und Tagesmütter zusammenfinden. Zeitgleich erhalten die Eltern, bei positivem Verlauf, eine Zusage. Die anderen erhalten eine Mitteilung, falls wir keinen Platz anbieten können.

Wie wird es mit den Merschzwergen weiter gehen?

Lisa Martin: Es bleibt immer spannend. Letztes Jahr haben wir bereits das Jubiläum zum 5-jährigen Bestehen mit einem tollen Sommerfest gefeiert und derzeit befinden wir uns in der konkreten Planung für den Ausbau der Immobilie und der Eröffnung einer dritten Gruppe. Das heißt für uns konkret, dass wir aktiv nach neuen Tagesmüttern suchen und in Kooperation mit dem Bereich Immobilien den Umbau gestalten und die Innengestaltung organisieren.

Wenn alles gut läuft, können wir bereits ab der zweiten Jahreshälfte 9 weiteren Eltern eine Betreuungsmöglichkeit bieten. Dazu aber im Jahresverlauf mehr…