Von der Ausbildung zur Führungskraft – Eine Reise vom Start ins Berufsleben bis zu sich selbst…

Autor: Holger Seltrecht

Hallo zusammen, mein Name ist Holger, ich bin 39 Jahre alt und arbeite als Vertriebsassistent bei der Firma Kik. Seit nun fast 20 Jahren sammle ich Erfahrungen, spannende Aufgabenstellungen und Erkenntnisse über mich selbst. Ich möchte euch von meiner Zeit im Unternehmen erzählen und euch mitnehmen auf eine kleine Reise rund ums Thema Ausbildung, Karriere und zu meiner heutigen Position als Führungskraft.

Ich habe nach dem Abitur so überhaupt keine Lust mehr gehabt, nur die Schulbank zu drücken- ich wollte lieber etwas tun und suchte eine Ausbildung mit richtig viel Praxis und einem hohen inhaltlichen Niveau an Lernstoff. Die Aus- und Fortbildung zum Handelsassistenten bei Kik kam mir da gerade recht, denn ich konnte ja schon nach eineinhalb Jahren meinen Kaufmann im Einzelhandel erwerben und mich dann auch noch direkt fortbilden… Gesagt, getan- Bewerbung geschrieben und ab zum Vorstellungsgespräch. Die familiäre Atmosphäre und das grandiose Angebot einer Aus- und Fortbildung haben mich direkt begeistert und so begann ich meine Ausbildung bei Kik.

Ausbildungsstart

Ich packte meine Koffer, zog in eine kleine Wohnung und startete mein Arbeitsleben. Ja, gut aufgehoben war ich auf jeden Fall. Meine Teamleitung bemühte sich sehr, mir alles rund ums Konzept, den Verkauf und die Administration beizubringen. Auch war ich in einem tollen Team gelandet, es war so spannend, neue Leute kennen zu lernen. Damals war mir noch nicht bewusst, was ich daraus einmal machen könnte. Zusammen gestalteten wir die Filiale für unsere Kunden. Mit dem Konzeptbuch erlernte ich den Umgang mit Ware und wie ich sie am besten präsentieren konnte. Ich lernte mit Kunden umzugehen und ihre Wünsche zu erfüllen. Der administrative Bereich war auch besonders spannend. Ich beschäftige mich mit Buchungen und Datenpflege, durfte schnell selbst Eintragungen vornehmen und diverse Be- oder Entlastungen kontrollieren. Nach kurzer Zeit habe ich dann das erste Mal einen Tag Filialvertretung machen dürfen- ich war so aufgeregt und hatte etwas Bammel, dass etwas schief gehen könnte… Aber es hat alles gut geklappt und meine Teamleitung lachte und sagte: „Es ist doch gut, wenn du Fehler machst- daraus kannst du doch viel lernen…“. Meine Bezirksleitung versorgte mich mit Hintergrundwissen und trainierte mich, die Ausbildungsinhalte schnell zu verstehen und zu erlernen. Sie nahm mich mit auf Inventuren und Neueröffnungen, bei denen ich das Erlernte gut trainieren konnte.

BZE Seminar

Mehrmals im Jahr fand zudem der theoretische Teil der Aus- und Fortbildung im BZE statt. Hier durchlebte ich jeweils zwei spannende Wochen, in denen mir alle Lerninhalte vermittelt wurden. Ich lernte auch hier tolle Leute kennen, denn alle Aus- und Fortzubildenden aus Deutschland waren zusammengekommen. Ich erzählte über meine Erlebnisse und Erfahrungen und konnten so auch schnell neue Freunde finden. Der Unterricht war straff, aber ich wollte ja auch richtig was aus mir machen. Wir lernten alles aus betriebs- oder volkswirtschaftlichen Themen bis hin zu Betriebsorganisation, Rechnungswesen und textiler Warenkunde. Insgesamt war es wirklich ein fundiertes Fachwissen, welches mir vermittelt wurde und ich war mir sicher, dass ich es einmal gut gebrauchen könnte.

In der Fortbildung übernahm ich schnell eine eigene Filiale- ich war so angespannt. Nun war ich nicht mehr der kleine Azubi, sondern rutschte schnell in die Rolle einer ersten Führungsposition. Als junger Mensch war es nicht immer einfach, die nun eigenen Mitarbeiter zu motivieren und sie lehren. Aber auch dies war wieder eine kleine Prüfung, die ich für mich bestehen wollte. Ich schaffte viel mit meinem Wissen über Konzepte und Warenpräsentation. Auch war das Erlernte aus dem BZE hilfreich. Aber für die Mitarbeiter? Nein, da musste man schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Ich hatte nun bereits in der Fortbildung die Chance, Führung zu erlernen. Das war super, denn ich wollte mich unbedingt der Aufgabe stellen. Ich lernte mit der Zeit, kennengelernte Menschen etwas genauer zu betrachten. Ich wollte verstehen, was sie bewegte, wie sie sich fühlten, was sie dachten und wie ich sie in die von mir gewählte Richtung führen könnte. Oh nein, es war nicht immer einfach- Menschen sind ja keine Maschinen, die man an- oder ausknipsen kann. Ich übte jeden Tag. Mit Fairness und Gesprächen und gemeinsamen Projekten klappte es immer besser. Zudem übernahm ich die Aufgabe eines Inventurabnehmers und konnte als Neueröffnungsmanager zusammen mit meinem jeweiligen Team große Aufgaben meistern. Mit jedem neuen Projekt lernte ich dazu und konnte so mein Wissen als Führungskraft immer weiter ausbauen. Auch das Anwenden des Konzepts auf verschiedene Filialgrößen oder -formen war total spannend, denn ich lernte immer neue Kniffe und Tricks. Später bekam ich dann eine größere Filiale mit einem größeren Team und konnte mich nun wieder unter Beweis stellen. Diesmal war es deutlich einfacher, denn ich hatte nun schon etwas Routine bekommen.

Karriereleiter

Nach einigen Jahren machte mir mein Verkaufsleiter das Angebot, die Position eines Bezirksleiters einzunehmen. Ich hatte so eine Achtung vor dieser Aufgabe und war natürlich sehr beeindruckt von dem Angebot. Aber nach bestandener Aus- und Fortbildung und einigen Jahren als Teamleitung war es für mich Zeit, ein paar neue Schritte zu wagen. Ich bekam meinen ersten eigenen Bezirk. Nun war ich selbst an der Reihe, meine Azubis zu begleiten. Mein größter Wunsch war es immer, meinen Azubis einen super Start ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Es ist doch ein großer Unterschied zum Schulalltag. Also tat ich es meiner damaligen Bezirksleitung gleich, nahm meine Azubis mit an Bord, um gemeinsame Projekte zu gestalten. Ich übernahm zudem die Aufgabe, den Bezirk erfolgreich zu führen. Das bedeutet unter anderem, Konzepte zu kontrollieren, auf Ordnung und Sauberkeit in den Filialen zu achten und vor allem meine Mitarbeiter gut zu begleiten. Ich kümmerte mich um Schulung und Training und stellte natürlich auch neue Mitarbeiter ein.

Nach ein paar Jahren durfte ich dann wieder auf der Karriereleiter eine Stufe höher klettern. Ich war nun Vertriebsassistent und direkter Partner zu meinem Verkaufsleiter. Das war spannend. Kik änderte gerade sein komplettes Konzept. „Aus rot wird silber“ war nun die Devise. Wir erstellten neue Konzepte, renovierten alle Filialen und eröffneten sie in neuem Glanz. Ich durfte nun die Filialen selbst planen, die Teams einteilen, Werbemaßnahmen organisieren und so manche kniffelige Aufgabe lösen. Ich habe sogar mal eine Neueröffnung nur mit Azubis gemacht- das war ein Spaß. Wir hatten eine richtig gute Zeit und die Eröffnung war ein voller Erfolg.

Von rot auf silber

Heute begleite ich meine Bezirksleiter, erarbeite mit ihnen Möglichkeiten, um gesetzte Ziele zu erreichen und starte so manches neue Projekt. Strategisch plane ich die Bezirke und versuche, meine Filialen so oft wie möglich zu besuchen, um die Mitarbeiter zu begleiten. Meine Azubis lasse ich nicht aus den Augen, denn ich kann sie durch vielen Schulungen und Aufgaben unterstützen und ihnen, zusammen mit den Filialteams und den Bezirksleitern, einen guten Start ins Arbeitsleben ermöglichen.

Das alles ist ohne meine tollen Mitarbeiter nicht möglich und ich bin sehr froh, dass ich das schon früh erkennen und lernen durfte. Damals war mich nicht klar, was man zusammen alles schaffen kann. Heute habe ich es immer vor Augen und jeden Tag lerne ich noch etwas dazu…

Ich wünsche euch einen guten Start. Seid achtsam und fleißig und stellt euch den Herausforderungen. Vielleicht sehen wir uns demnächst, ich bin mir sicher, dass wir zusammen richtig viel erreichen können.

Ich wünsche euch eine gute Zeit

Bis bald

Euer Holger