Nachhaltigkeitsbericht 2019

Wir tragen Verantwortung – das ist das Motto unseres druckfrischen Nachhaltigkeitsberichtes 2019. Wir sind stolz auf das, was wir in den letzten drei Jahren erreicht haben. Einen Überblick zu den vielen spannenden Themen des Berichtes geben wir hier.

Ein Nachhaltigkeitsbericht ist beides, der Blick auf das Erreichte und ein Plan für die Zukunft. Mit der Veröffentlichung möchten wir unseren Kundinnen und Kunden, der Branche und der Politik sagen: Für uns schließen sich günstig und fair nicht aus! Wir sind uns der Verantwortung entlang der globalen Lieferketten bewusst und möchten transparent mit unseren Erfolgen und Herausforderungen umgehen. Wir sind froh, bei diesem Vorhaben Teil eines starken Netzwerks, des branchenübergreifenden Textilbündnisses zu sein. Die Mitglieder lernen voneinander und setzen ihre ambitionierten Projekte gemeinsam in die Tat um.

Was waren die großen Themen der vergangenen drei Jahre, was beschäftigte uns von der Geschäftsführung bis in die Filialen, den vielen Herzstücken unserer Arbeit?

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Das Lieferkettengesetz in aller Munde

Für ein Highlight unserer CSR-Arbeit und der allgemeinen politischen Agenda müssen wir gar nicht weit zurückschauen: Die Diskussion um verbindliche Regeln zu den unternehmerischen Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette läuft nach wie vor auf Hochtouren. Regierung, Wirtschaft und Öffentlichkeit sind sich uneins in der Frage, wir haben eine klare Meinung: Freiwilligkeit ist gut, verbindliche Rechtssicherheit, am besten auf europäischer Ebene, ist besser. Gemeinsam mit ca. 40 anderen Unternehmen stehen wir für ein Lieferkettengesetz ein, dass endlich sinnvolle Rahmenvorgaben für alle Unternehmen in Deutschland und Europa macht. In ihrem Vorwort zu unserem Bericht bringt es die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Dr. Bärbel Kofler auf den Punkt: Eine gesetzliche Regelung wäre ein „Meilenstein hin zu dem auch von Unternehmen gewünschten level-playing-field.“

Die Umwelt im Blick

KiK hat sich mit der Unterzeichnung der Klimaschutzerklärung des Deutschen Einzelhandels zur Einhaltung der Pariser Klimaziele verpflichtet. Der Fokus unseres Umweltmanagements liegt daher bei der Reduzierung unseres CO2-Ausstoßes und Abfalls sowie auf dem Schutz natürlicher Ressourcen.

Anders als die meisten Modehändler verzichtet KiK aus Umwelt- und Kostengründen darauf, seine Waren von Asien nach Deutschland über den Luftweg zu transportieren. Stattdessen setzen wir auf Seefracht, unsere Produkte aus Asien werden komplett per Containerschiffen transportiert. In den vergangenen drei Jahren haben wir beim Ressourcensparen einiges erreicht: Mehr als 50% aller rund 2.600 KiK-Filialen wurde schon mit effizienter LED-Beleuchtung ausgestattet, so haben mit mehr als 5.000 Tonnen CO2 eingespart. Und seit 2019 greifen wir bei Transportverpackungen auf FSC-zertifizierte Papierkartons zurück, ein Pilotprojekt wird nun unternehmensweit ausgeweitet. Ab 2020 beginnen wir mit der Errichtung von Solaranlagen auf Fabrikdächern in Pakistan.

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Der Accord: „Bangladesch hat heute die sicherste Bekleidungsindustrie der Welt“

Nach dem Einsturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza unterschrieben mehr als 200 Textilunternehmen und mehrere bangladeschische Gewerkschaften das Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch, kurz Accord. Die Unterzeichner verpflichten sich, ihre Zuliefererfabriken zu melden und diese durch unabhängige Experten auf Gebäudeschutz, Brandschutz und elektrische Sicherheit untersuchen zu lassen. Über 2.000 Textilfabriken in Bangladesch gelangten so im Laufe der letzten sieben Jahre unter die Aufsicht des Accords.

Die Ergebnisse der Zusammenarbeit im Accord können sich sehen lassen: Mitte April 2019 meldete das Bündnis, dass 150.000 festgestellte Mängel und damit 90 Prozent aller gefundenen Sicherheitsrisiken in den gemeldeten Fabriken beseitigt worden sind. Mit über 25.000 durchgeführten Einzelinspektionen gilt ein Großteil der Accord-Fabriken inzwischen als sicher; rund 130 Standorte wurden geschlossen. Etwa 1,7 Mio. Arbeiterinnen und Arbeiter wurden zu Themen der Arbeitsplatzsicherheit geschult und über 1.000 unabhängige Sicherheits-Komitees gegründet. KiK ist bei der Beseitigung der gefundenen Mängel in den 125 gemeldeten Fabriken ebenfalls im Plan: Hier sind mittlerweile fast 90 Prozent aller dokumentierten Mängel beseitigt. Im laufenden Jahr muss der Accord seiner Arbeit beenden, eine staatliche Institution wird die Aufgaben übernehmen. Wir hoffen, dass die angestoßenen Arbeiten und Prozesse weitergeführt werden und der soziale Dialog nicht versandet, sondern verstärkt weitergeführt wird.

Nicht nur in Bangladesch ist KiK beim Thema Sicherheit am Ball; im hauseigenen Gebäudeschutzprogramm in Pakistan setzen wir das Gelernte aus dem Accord beim baulichen und elektrischen Gebäude- und Arbeitsschutz ein. In 35 Fabriken haben wir Säulen gemessen, zugelassene Gebäudehöhen und -gewichte berechnet, Fluchtwege überprüft, Kabelsysteme renoviert, Brandschutzübungen durchgeführt und so die Sicherheit nachhaltig verbessert. Unser CEO Patrick Zahn dazu: „Die Initiative zur Verbesserung der Gebäudesicherheit belegt, dass es uns ernst ist mit der Weiterentwicklung unserer Lieferanten. Wir schätzen die Qualität der gelieferten Produkte und möchten unseren Teil dazu beitragen, die Verhältnisse sicherer zu gestalten.“

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Der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)

Als eines von 30 deutschen Unternehmen beteiligt sich KiK am freiwilligen Monitoring-Prozess des NAP. Der NAP fordert alle deutschen Unternehmen mit internationalem Geschäftsbezug auf, den „Prozess der unternehmerischen Sorgfalt mit Bezug auf die Achtung der Menschenrechte in einer ihrer Größe, Branche und Position in der Liefer- und Wertschöpfungskette an-gemessenen Weise einzuführen.“ Der Monitoring-Prozess bietet dem federführenden Auswärtigen Amt die Möglichkeit, die Ausgestaltung und die Mechanismen des NAP anhand konkreter Prozesse und Situationen zu analysieren und anzupassen. KiK hat sich in einem ersten Schritt im Rahmen der explorativen Erhebungsphase eines Interviews und einer Befragung unterzogen, die in den im September 2018 veröffentlichten Inception Report des Auswärtigen Amtes geflossen sind. Die Datenerhebungen in den Jahren 2019 und 2020 sollen dazu beitragen, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse bezüglich des Umsetzungsstandes des NAP zu gewinnen.

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National und international in Bündnissen und Initiativen

KiK engagiert sich in Deutschland und international in vielen Brancheninitiativen und Aktionsbündnissen. Als Reaktion auf das Fabrikunglück Rana Plaza beschäftigen wir uns seit Mitte 2015 als Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien um Themen wie existenzsichernde Löhne bei unseren Zulieferern, Abwasser- und Umweltstandards, dem Chemikalienmanagement und eine große Lieferkettentransparenz. Im südindischen Tamil Nadu setzen wir uns durch die Einrichtung von Beschwerdestellen und Kurse zum Arbeitsrecht dafür ein, die Arbeitsbedingungen insbesondere von Frauen und Mädchen in der dortigen Textilindustrie zu verbessern. Und in der Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement schärfen wir bei unseren Zulieferern das Bewusstsein für gefährliche Substanzen und umweltverträgliche Produktionsbedingungen.

Aber nicht nur international, auch hierzulande setzen wir uns für die Verbesserung sozialer Ungleichheiten ein: In der Stiftung Help and hope unterstützen wir benachteiligte Kinder in unserer Region, regelmäßige Spenden von Kleidung, Schuhen, Haushaltswaren und Schulartikeln gehen an den Malteser Hilfsdienst und das DRK. Als Mitglied von Gesicht Zeigen! e.V. treten wir entschieden gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und jegliche Form von rechter Gewalt auf.